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Sep 04

Michael Hamberger in der Einleitung zum Workshop beim Forum Alpbach.

Hier und heute in Alpbach geht es uns nicht um Geschäftemacherei, sondern eben um die Potentiale, die nicht vergeben werden dürfen, wenn wir an unserem Jetzt und an unserer Zukunft bauen – auch und gerade mittels Mediation.

Seit vielen Jahren fiel der Begriff Mediation in Alpbach bestenfalls im Rahmen von informellen Gesprächen, oder als „dieses Spannungsfeld sollte moderiert werden“. Und genau da setzte unser ehrenamtliches Engagement an: Mediation sollte hier einen Raum bekommen.

Heute ist ein guter Tag – auch dank des Beirates des EFA, der unser Ansuchen positiv aufgenommen hat, und unseren Beitrag zur Mediation als relevant erachtet hat.

Heute ist ein guter Tag – Nicht im banalen Sinn für uns Mediatoren, oder allein für die Mediation. Sondern auch ein guter Tag für den Spirit of Alpbach – weil in den laufenden interdisziplinären Diskurs zu Krise und Gelingen mit der Mediation ein weiteres wichtiges Element eingefügt und hervorgehoben wird.

Was wir Menschen, ob Unternehmer, Kulturschaffender, Führungskraft, Wissenschaftler, politischer Entscheidungsträger oder Privatmensch in jedem Fall ständig tun: wir machen Entwürfe und schaffen Wirklichkeiten – und das führt einerseits auch zu Konflikten – andererseits führt uns dies auch aus Krisen hinaus. Wir Mediatoren arbeiten seit vielen Jahren täglich intensiv mit Menschen, die Entscheidungen in und für Ihre Organisationen zu treffen – und zu tragen haben. Wir arbeiten gemeinsam mit Menschen rund um deren Entwürfe und Wirklichkeiten.

  • In den politischen Abschlussgesprächen wurde für mich hier in Alpbach wieder einmal der folgende Grundtenor spürbar: entwerfen und Wirklichkeiten bilden – es geht darum, es Jetzt zu tun, bewusst zu tun, gemeinsam „Hinter den Berg zu schauen“, gemeinsam zu entwerfen, es transparent, konkret und zielgerichtet zu tun, gemeinsame Visionen und Vereinbarungen zu erneuern und diese zu leben. Eben diese Qualitäten kann gerade die Mediation unterstützen, diesen zumeist überhaupt erst einen Rahmen geben.
  • Ebenso darf ich Sie an die vorgestrigen, brillianten Inputs der EU Reflection Group, deren Generalsekretär Herrn Ziga Turk oder Frau Vike Freiberga erinnern: sie unterstrichen unter anderem als eine der drei zentralen heutigen Ressourcen die Menschen mit deren Köpfen und Herzen – und um diese Ressource fruchtbar werden zu lassen brauche es Formen des „Empowerments“. Und damit landen wir, wenn Sie wollen, auch beim Instrument der Mediation.
  • Gestern strich Paul Kirchhoff hervor, dass in der kritischen Zeit nach 1945 in Deutschland Leben wieder gelingen konnte, weil jeder wusste, dass er gefragt, gemeint ist, und sich jeder einsetzte. Sehr ähnliches beschrieb Henryka Teodora Bochniarz in der Frage, wieso die Krise in Polen nicht wirklich eingetroffen sei: durch den täglichen Einsatz jedes einzelnen – dies bedeutet Eigenverantwortung und Zeit sowie Kraft in Wesentliches investieren.

In wechselnder Reihenfolge begleiten Sie nun meine Kollegen und Kolleginnen durch Aspekte der Mediation (Wissenschaftlicher Bezug, was wirkt an der Mediation oder wie wirkt diese, was tun Mediatoren konkret, was erlebt man als TeilnehmerIn bzw. auch als Mediator in Mediation)…

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