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Aug 31

Paul KIRCHHOF, Professor und Direktor, Institut für Finanz- und Steuerrecht, Universität Heidelberg brachte es in seiner Keynote zum Thema „Wer trägt die Kosten der Krise?“ bei den Wirtschaftsgesprächen des Forum Alpbach 2010 auf den Punkt:

Die geltenden Vereinbarung des Marktes kommen nur in der Realwirtschaft tatsächlich zum Tragen. Wenn Sie ein Auto kaufen, werden Sie darauf achten ein gutes Produkt für Ihr Geld zu bekommen. Der Verkäufer seinerseits wird darauf achten, dass er nicht unter dem Preis verkauft und einen angemessenen Gewinn erzielt. Wenn es um Finanzprodukte geht, also dort wo Geld gekauft bzw. verkauft wird, es keinerlei Produktion und auch kein reales Produkt gibt, können diese Vereinbarungen kaum noch überprüft werden, gelten ja zum Teil gar nicht mehr.

In der folgenden Veranstaltung sagte Georg KAPSCH, Vorsitzender des Vorstandes der Kapsch Gruppe und Präsident der  Industriellenvereinigung Wien sinngemäß, wenn ein Equity Fond eine Rendite des eingesetzten Kapitals von 300% innerhalb von 2 Jahren verspricht zahlt die Kosten letzten Endes die Gesellschaft.

Es wurde zwar nicht direkt ausgesprochen aber immanent war in Kernaussagen schon deutlich zu spüren, dass wir darüber nachdenken müssen, ob wir uns eine Geldwirtschaft oder Finanzwirtschaft, in dem sich Geld völlig unabhängig von der Realwirtschaft „vermehrt“, weiterhin leisten können bzw. wollen.

An anderer Stelle ging es um die Staatsbudget und die exorbitante Verschuldung der einzelnen Nationen. Es wurde deutlich gemacht, wie wichtig der Schuldenabbau sei und dass dies nur durch Wachstum funktionieren könne, denn Einsparungen und zusätzliche Steuern seien nicht ausreichend. Woher soll nun dieses Wachstum kommen? Oder ging es gar nicht um Wachstum sondern um scheinbares Wachstums durch entsprechende Inflation?

Leider wurde bisher nur über Regulationsmöglichkeiten bzw. die Wirksamkeit schon vorhandener Instrumentarien gesprochen, der Kern unserer Finanzwirtschaft aber nicht grundsätzlich in Frage gestellt – oder ich habe es nicht wahrgenommen?

Vorschläge dazu gäbe es unter anderem in „Geld ohne Zinsen und Inflation“ von Margrit Kennedy.

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